Freitag, 01. Mai 2020

Gewalt – Macht – Sinn

Trauma, Dissoziation und Spiritualität

09.15 Uhr


Eröffnung 
Michaela Huber
und Andrea Stachon-Groth (Leiterin EFL)

Einführungsvortrag


09.30 – 09.50 Uhr

Begegnungen im Grenzland von Überleben und Leben

Anne Willing-Kertelge

Abstract: Wer den Mit-Menschen in Form von Gewalt als Gegen-Menschen erlebt, erfährt sich als ohnmächtig ausgeliefert und leidet. In diesem Grenzland von Überleben und Leben werden wir früher oder später vor die Frage nach dem Sinn des Erlebten gestellt – als Betroffene und als Helfende. "Sinn" existiert nicht an sich. Wie können wir Sinnkonstruktionen verstehen und ggf. verändern? Können spirituelle Erfahrungen uns Wege weisen zu Überzeugungen, die unser Leben leichter, freundlicher und mitfühlender mit uns und anderen werden lassen? Wie können wir individuell, fachlich und auch gesellschaftlich sprachfähiger werden für alle Dimensionen menschlichen Lebens? Welche Rolle kann Spiritualität spielen, um unerträgliches Leid zu überwachsen? Meditations- und Achtsamkeitspraxis hat Eingang gefunden in die Begleitung von traumatisierten Menschen. Gleichzeitig wissen wir, dass genau diese Praxis Symptome des traumatischen Stresses verstärken kann. Deshalb sollte Traumasensitivität auch in der spirituellen Wegbegleitung eine Rolle spielen.

Der Einführungsvortrag ins Thema beleuchtet diese und weitere Aspekte aus professioneller und autobiografischer Sicht und plädiert für einen fächerübergreifenden, begegnungsfördernden Diskurs von Psychotherapie, Philosophie und Theologie.

Kurzbiografie

Vortrag 1

10.00 – 10.30 Uhr

Macht Gewalt Sinn? Die Dialektik von Stirb und Werde

Dr. Ursula Wirtz

Abstract: Der provokante Titel verweist auf das Paradoxe traumatischer Erfahrungen, dass Macht und Gewalt, der Einbruch des völlig Absurden, Sinnlosen und Destruktiven in die Lebenswelt des Einzelnen und ganzer Gesellschaften spirituelle Wandlungskräfte freizusetzen vermag, die Ganzheit im Gebrochenen, Reifung und Bewusstseinserweiterung ermöglichen können. 

Kurzbiografie

Vortrag 2

10.30 – 11.00 Uhr

Spiritualisierte Gewalt

Doris Reisinger

Abstract: Sexueller Missbrauch kann als ein Verstoß gegen die sexuelle Selbstbestimmung eines Menschen definiert werden. Analog kann man einen Begriff des "spirituellen Missbrauchs" oder "spiritualisierter Gewalt" bilden, nämlich als eine Verletzung der "spiritueller Selbstbestimmung". Diese Form des Missbrauchs rückt in letzter Zeit vermehrt in den Fokus kirchlicher Missbrauchsdebatten und Präventionsbemühungen. Es stellen sich Fragen wie: Wo ist die Grenze zwischen Seelsorge und Manipulation? Wie lernt man, spirituell selbstbestimmt zu handeln? Wie ist spirituelle Autonomie theologisch begründet? Auf welche Weisen wird die spirituelle Autonomie von Menschen in der katholischen Kirche konkret untergraben? Was sind Risikofaktoren?

Kurzbiografie

Vortrag 3

11.30 – 12.00 Uhr

Das gesprungene Herz – Schuld und Vergebung in ethischer Perspektive

Dr. Ralf Schupp

Abstract: In der Therapie von Betroffenen sexueller und anderer Gewalt spielen Fragen nach Schuld und Vergebung eine wichtige Rolle. Dabei geht es ebenso um die Schuld der Täter wie um die Schuldgefühle der Betroffenen und die Möglichkeit von Vergebung und Verzeihung. Der Vortrag geht davon aus, dass Schuld und Vergebung zuerst ethische Begriffe sind, und versucht eine Annäherung an die Beziehungen zwischen Tätern, Betroffenen und ihrem Umfeld aus ethischer Perspektive. Eine Schlüsselrolle kommt dem Begriff der Verantwortung und dem Konzept der Anerkennung zu.

Kurzbiografie


Workshop Session A … 14.30 – 16.00 Uhr

Workshop 1

14.30 – 16.00 Uhr und 
16.30 – 18.00 Uhr (3 Std.)
 … Session A+B

Beim Grauen nicht stehenbleiben – wie kann das gelingen?

Thorsten Becker, Dr. Eva Lauer-v. Lüpke, Prisca Dürst

Abstract: Wer organisierte/rituelle Gewalt überlebt und sich an den Ausstieg aus solch extremen Gewaltverhältnissen gewagt hat, vollzieht in der Regel einen kompletten Bruch mit fast allem bislang Vertrauten und wird ständig mit alten und neuen Traumatisierungen und deren Folgen konfrontiert.


Für viele Betroffene ist klar: Dieser Kraftakt lässt sich nur bewältigen, wenn ein Ziel am Ende steht, wofür sich der Kampf lohnt. Dabei entwickeln sie oft erstaunliche Fähigkeiten.


Für Helfer*innen ohne diese Gewalterfahrung entsteht häufig ein analoger Parallelprozess der eigenen Transformation im professionellen Handeln und in der persönlichen Selbst- und Weltsicht.


Anhand von Beispielen soll die Frage, wie aus dem Erlebten mit all seiner Schrecklichkeit und all seinen nicht wiedergutzumachenden Verlusten dennoch etwas Sinnstiftendes entstehen kann, im Fokus des Workshops stehen.

Kurzbiografien

Workshop 2

14.30 – 16.00 Uhr … Session A

Macht Gewalt Sinn? Die Dialektik von Stirb und Werde

Dr. Ursula Wirtz

Abstract: Wir vertiefen das Thema des Vortrags und betrachten traumatische Stirb- und Werdeprozesse in Mythos, Kunst und therapeutischer Praxis.

Kurzbiografie

Workshop 3

14.30 – 16.00 Uhr … Session A

Wahrheit in Justiz, Gutachten und Therapie

Elgin Bröhmer und Michaela Huber

Abstract: Ziel des Workshops ist, den Blick zu schärfen für die Probleme bei der Beurteilung von "Wahrheit", "Lüge" und "Einbildungen/ Verzerrungen" in Justiz und Therapie. Von den unterschiedlichen Findungsmethoden und unterschiedlichen Maßstäben bei der Wahrheitssuche sollte man wissen, wenn man sich in dem jeweils fachfremden Gebiet Gehör verschaffen will. 



Anlass für ein Strafverfahren, wie auch für eine (Trauma-)Therapie geben vergangene Erlebnisse. Kann das Erinnerte daran wirklich wahr sein, oder ist es doch – ganz? oder teilweise? – nur Einbildung?

In der Strafjustiz begegnet uns der Begriff der Wahrheit an verschiedenen Stellen; so wird der Zeuge zu Beginn seiner Vernehmung belehrt, er müsse die Wahrheit sagen; Lügen stehe unter Strafe. Außerdem ist das Gericht durch das Prozessrecht angehalten, die Wahrheit zu suchen, denn nur auf dieser Grundlage kann es ein gerechtes Urteil fällen. Diese Pflicht zur Wahrheitssuche gilt aber nicht absolut, sondern die Gerichte finden und suchen die Wahrheit nur innerhalb des von dem Prozessrecht vorgegebenen Rahmens und mit den zur Verfügung stehenden Beweismitteln und dann auch nur für den angeklagten Ausschnitt der Vergangenheit. Dabei bleibt die Kommunikation häufig formal, der Rahmen ist oftmals belastend und die beteiligten Personen bleiben in ihren Rollen.

Gutachter sollen das Gericht in Einzelfällen beraten. Auch sie haben eine zugewiesene Rolle, ein eigenes Verständnis ihrer Arbeit und teilweise nur begrenzt Zeit und Möglichkeiten, zu einem Ergebnis zu kommen. Außerdem haben sie oft strenge methodische Vorgaben, nach denen sie ihre Expertise erstatten müssen.

Therapeuten verbringen deutlich mehr und intensiver Zeit mit ihren Patienten /Klienten. Sie erhalten dadurch ein umfassenderes Bild der Persönlichkeit mit mehreren (ggf. therapeutisch erheblichen) Schwerpunkten. Dafür haben sie aber kaum sonstige Ressourcen oder – über die Angaben der Patienten oder Kollegen hinausgehende – Möglichkeiten, den Wahrheitsgehalt der Aussagen in der Therapie zu überprüfen. Kommunikation, Vertrauen, Bindung, Vermeidung und Übertragungsphänomene werden jedoch bewusst und aktiv wahrgenommen und analysiert.

Philosophen streiten seit jeher über die Definition von Wahrheit und der sachgerechten Suche nach ihr. Längst hat auch die Forschung sich der Frage gewidmet, wie es um unsere Erinnerung bestellt ist; so sind wir mit unseren körperlichen Voraussetzungen gar nicht in der Lage, umfassende Wahrnehmungen zu machen. Wir müssen unsere Wahrnehmungen filtern, sie anschließend zu ergründen versuchen, sie sachgerecht einordnen um sie uns merken und später abrufen zu können. Wie nah können wir dem großen Mythos der Wahrheit in der Therapie oder in dem Gerichtssaal also kommen?

Workshop 4

14.30 – 16.00 Uhr … Session A

Spiritualisierte Gewalt. Auseinandersetzung mit konkreten Fällen

Doris Reisinger

Abstract: Der Workshop setzt sich mit konkreten Fällen auseinander, anhand derer folgenden Fragen nachgegangen wird: Wie sind diese Menschen in missbräuchliche spirituelle Beziehungen geraten? Wie ist es ihnen gelungen, sich aus dem Missbrauch zu befreien? Was lässt sich über die Täter und Täterinnen sagen? Nicht zuletzt: Wie kann eine verletzte spirituelle Autonomie wieder neu aufgebaut werden – und welche Rolle spielt die römisch-katholische Kirche in dem allen?

Workshop 5

14.30 – 16.00 Uhr … Session A

Kann Achtsamkeitsarbeit helfen, nach schwerem Trauma wieder einen Sinn zu finden? Chancen und Fallstricke

Sabeth Kemmler

Abstract: Wie gewinnt das Leben Sinn? Vielleicht dadurch, dass man sich selber, seinem inneren Kompass folgt? Bei vielen traumatisierten Menschen ist das innere Gespür dafür, was man möchte und nicht möchte, unzureichend aktiv. Die Intuition und die Fähigkeit zur Interozeption, zur körperlichen Innenwahrnehmung sind gestört.

Achtsamkeitsübungen können helfen, diese Fähigkeiten aufzubauen. Während die traditionelle Praxis darauf abzielt, sich von jeglichen Impulsen zu distanzieren, könnte die Achtsamkeitsarbeit nach Trauma die Möglichkeit eröffnen, auf Wunsch Impulsen zu folgen, zu beobachten, was sich daraus ergibt, und so das Gefühl für Selbstwirksamkeit fördern.

Viele Gewaltüberlebende sind nicht mehr in ihrem Körper zu Hause. Ihnen fehlt die Lebensfreude, die aus einfachen sinnlichen Erfahrungen rührt. Indem Achtsamkeit das Embodiment fördert, kann sie dazu beitragen, (wieder) Genuss am Lebendigsein an sich zu finden.

Welche zusätzlichen Kenntnisse brauchen jedoch sowohl Anleiter/innen wie auch Übende in der Achtsamkeitsarbeit, um sich vor Überflutung durch einschießende, fragmentarische Traumaerinnerungen zu schützen? Unintegriertes Traumamaterial wird leicht durch positive Veränderungen angetriggert. Und wie ließe sich, wenn die Situation es erlaubt, im Rahmen von Achtsamkeitsarbeit gut dosiert die Integration auftauchender Erinnerungsbruchstücke unterstützen?

Die Arbeit mit Gewaltüberlebenden ist anspruchsvoll und kräftezehrend. Welche Rolle spielt die Achtsamkeitspraxis als Hilfe für Helfer, für Beraterinnen, Wegbegleiter, Therapeutinnen?
Und schließlich: Kann Achtsamkeitsmeditation Helfern wie Betroffenen spirituelle Erfahrungen ermöglichen, die sie stärken? Und die vielleicht zur Entwicklung einer selbst gewählten spirituellen Haltung beitragen? Was tut man aber, wenn Meditationserfahrungen zur Flucht vor sich selbst und dem gewöhnlichen Alltag verführen?

Zu diesen und ähnlichen Fragen bietet der Workshop Anregungen und Beispiele aus meiner Praxis, Raum zur Diskussion sowie exemplarische praktische Übungen.

Workshop 6

14.30 – 16.00 Uhr … Session A

Delphintherapie bei Trauma und Dissoziation

Kirsten Kuhnert und Faye Dellar

Abstract: Das Thema Sinngebung und Spiritualität darf bei der Trauma Behandlung nicht vergessen werden. Opfer jahrelanger Gewalt stellen sich die Frage: "Warum ich? Warum musste ich das erleben? Gibt es keine Gerechtigkeit in dieser Welt? Welchen Sinn hat mein Leben und ist mein Leben noch lebenswert? Bin ich es wert zu leben?"

Sie fühlen sich anders als andere, isoliert, abgeschnitten von dem Rest der Welt und entwurzelt. Die Welt erfahren sie häufig als sinnlos und leer. Von ihren Mitmenschen sind sie entfremdet und sie erleben sich als hilflos und ohne Kontrolle.

Die Delphintherapie ist grade im Bereich der Sinnstiftung und Spiritualität stark. Im Kontakt mit dem Delphin, schwimmend im offenen, warmen Meer unter dem freien Himmel kommt ein Gefühl der Verbundenheit auf, eine Verbundenheit mit der Natur, dem Delphin und schließlich auch den Menschen um den Patienten herum. Gefühle des anders seins, der Entwurzelung und der Dissoziation werden stark reduziert.

Der Delphin ist uns von allen Tieren wahrscheinlich am ähnlichsten. Er stellt, anders als andere Lebewesen, einen positiven Kontakt her über intensiven Augenkontakt. Über das synchronisieren der Bewegungen zwischen Delphin und dem Patienten, der Berührungen und den Augenkontakt zum Delphin entsteht eine Nähe und Verbindung. Dies kann helfen schmerzliche Gefühle des Abgeschnitten- und Alleinseins zu überwinden und sogar zu einem spirituellen Erleben führen.

Das Element Wasser ermöglicht Schwertraumatisierten ein Gefühl für den eigenen Körper. Der Wasserdruck ermöglicht die Körperwahrnehmung. Dissoziationen nehmen ab und ein Gefühl des Gehaltenwerdens und der Geborgenheit entsteht.

Das frische und klare Salzwasser wird von unseren Patienten mit Reinheit, Heilung und Gesundheit assoziiert. Eine unserer Patientinnen sagte während sie im Wasser schwamm: "Das Meer ist jetzt eine neue Ressource. Das Meer ist so stark und mächtig. Eine seiner Wellen könnte mich so gegen die Felswand schmettern, aber das Meer ist liebevoll zu mir. Es hält mich in seinen Armen und wiegt mich sanft. Ich fühle mich geborgen."

Inhalte des Workshops:

  • Videos von der Delphintherapie
  • Tools und Interventionen in der DAT
  • Die Delphintherapie und Sinnstiftung/ Spiritualität
  • aus Sicht der Patienten
  • aus therapeutischer Sicht


Workshop Session B … 16.30 – 18.00 Uhr

Workshop 1

14.30 – 16.00 Uhr und 
16.30 – 18.00 Uhr (3 Std.)
 … Session A+B

FORTSETZUNG

Beim Grauen nicht stehenbleiben – wie kann das gelingen?

Thorsten Becker, Dr. Eva Lauer-v. Lüpke, Prisca Dürst

Abstract: Wer organisierte/rituelle Gewalt überlebt und sich an den Ausstieg aus solch extremen Gewaltverhältnissen gewagt hat, vollzieht in der Regel einen kompletten Bruch mit fast allem bislang Vertrauten und wird ständig mit alten und neuen Traumatisierungen und deren Folgen konfrontiert.


Für viele Betroffene ist klar: Dieser Kraftakt lässt sich nur bewältigen, wenn ein Ziel am Ende steht, wofür sich der Kampf lohnt. Dabei entwickeln sie oft erstaunliche Fähigkeiten.


Für Helfer*innen ohne diese Gewalterfahrung entsteht häufig ein analoger Parallelprozess der eigenen Transformation im professionellen Handeln und in der persönlichen Selbst- und Weltsicht.


Anhand von Beispielen soll die Frage, wie aus dem Erlebten mit all seiner Schrecklichkeit und all seinen nicht wiedergutzumachenden Verlusten dennoch etwas Sinnstiftendes entstehen kann, im Fokus des Workshops stehen.

Kurzbiografien

Workshop 7

16.30 – 18.00 Uhr … Session B

Ist alles verzeihbar?

Dr. Ralf Schupp

Abstract: Der Workshop konzentriert sich auf die besondere Frage der Vergebung und Versöhnung zwischen Betroffenen und Tätern. Diese Debatte wird spätestens seit der Schoah intensiv geführt. Sollten Betroffene von massiver sexueller oder anderer Gewalt den Tätern und anderen Beteiligten vergeben? Oder dürfen Vergebung und Versöhnung auch verweigert werden? Besteht vielleicht sogar eine moralische Pflicht, bestimmte Handlungen NICHT zu verzeihen? Ausgehend von der modernen philosophischen Debatte versucht der Workshop Anhaltspunkte für eine Antwort zu finden – die trotzdem jeder für sich selbst geben sollte.

Kurzbiografie

Workshop 8

16.30 – 18.00 Uhr … Session B

Psychohygiene und Selbstregulation mit Zapchen Somatics

Annamaria Ladik

Abstract: Zapchen Somatics ist ein körpernaher Ansatz, der auf den Erkenntnissen der westlichen Psychotherapie, Physiologie und der tibetischen Geistesschulungs- und Heiltradition basiert. Die Methode lehrt, uns dem Allen zugrunde liegenden Wohlbefinden zu nähern und dieses zunehmend zu verkörpern. Die Methode geht über die Embodiment Methoden hinaus, sie unterstützt unsere Entwicklung, unseren Prozess von "Embodying Well-Being" auf der körperlichen und psychischen Ebene sowie auf der Ebene der Bewusstheit. Die Methode wurde von Dr. Julie Henderson USA entwickelt.


In diesem Seminar werden Übungen vermittelt, die direkt unseren Körper ansprechen und diesen unmittelbar zur Selbstregulation einladen. Die Übungen sind sowohl für uns selbst als auch für unsere Patienten/innen wohltuend. Sie vermittelt Achtsamkeit, Wertschätzung, Freundlichkeit und Mitgefühl. Sie lehren auf eine leichte und humorvolle Art, wie wir unseren Körper zur Unterstützung von Wohlbefinden einladen können. Viele der Übungen haben sich in der Stabilisierungsphase einer traumazentrierten Psychotherapie als wirksame Unterstützung von Selbstannahme, Affektregulation, als Stressreduktion und Dissoziationstop sowie zum Erleben von Selbstwirksamkeit bewährt. 


Herzlich Willkommen!

Kurzbiografie

Workshop 9

16.30 – 18.00 Uhr … Session B

"Geistlicher Missbrauch" oder "Spiritualisierte Gewalt".
Was wir (noch nicht) wissen

Sr. Dr. Katharina Kluitmann

Abstract: Macht kann missbraucht werden, Emotionen können missbraucht werden, überall, auch im Kontext von Spiritualität und Religion. Gerade in Gruppen wie Gemeinschaften oder Gemeinden sowie in seelsorglicher Einzelbegleitung kann es zu grenzverletzendem Verhalten in die geistliche Intimsphäre kommen. Manche sprechen dann von "geistlichem Missbrauch". Auch der Begriff "spiritualisierte Gewalt" wird gebraucht. Was ist das? Wie zeigt es sich? Was wissen wir schon über Täter*innen- und Betroffenen-Profile, Dynamiken und Denkmodelle? Was über Folgen und Hilfsmöglichkeiten? Ein Workshop mit einem Input zu einem noch wenig erforschten Feld und mit der Hoffnung, im Gespräch neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Kurzbiografie

Workshop 10

16.30 – 18.00 Uhr … Session B

Ethische Fragen in Psychotherapie, Beratung und professioneller Begleitung

Ute Bluhm-Dietsche

Abstract: Im letzten Jahr wurden von der DGTD verbindliche Ethikrichtlinien entwickelt, um einen sicheren Rahmen für die professionelle Beziehung zwischen den Mitgliedern und den Betroffenen dissoziativen Traumafolgestörungen zu gewährleisten. Laut Fischer und Fischer-Becker fanden 1995 in ca. 10 % der Therapien Grenzverletzungen statt. Vielfach werden diese auch heute noch in therapeutischen/professionellen Beziehungen tabuisiert. Es gibt bislang nur wenige Studien in diesem Bereich.

Im Workshop wollen wir uns damit beschäftigen, wie es zu Verwicklungen und Grenzverletzungen kommt, wie wir uns und die PatientInnen und KlientInnen davor schützen können und wie wir damit umgehen sollen, wenn es zu Grenzüberschreitungen gekommen ist. Wie kann eine Fehlerkultur aussehen? Darüber möchten wir gerne miteinander ins Gespräch kommen.

Kurzbiografie