DGTD Tagung 2021 in Dresden 7. bis 8. Mai 2021
Das wächst sich aus?! Trauma, Dissoziation und Älterwerden

Referenten/innen Samstag, 8. Mai 2021

Vortrag 5

09.30 – 10.00 Uhr

Leibgedächtnis und Trauma im Alter

Prof. Dr. med. Dr. phil Thomas Fuchs

Abstract: Das Gedächtnis und die Erinnerungen an die eigene Lebensgeschichte sind im Alter von gegensätzlichen Veränderungen charakterisiert. Bedingt durch eine Reorientierung der Zeitperspektive und die Abnahme von Verdrängungen, treten einerseits frühe Erinnerungen zunehmend in den Vordergrund. Besonders belastende und traumatische Inhalte gewinnen dann oft eine neue Bedeutung und machen spezifische Bewältigungsprozesse erforderlich. Andererseits können organisch bedingte Alterungsprozesse die Prägnanz und Kohärenz des autobiographischen Gedächtnisses beeinträchtigen. Umso bedeutsamer werden dann verkörperte Erinnerungen, in denen sich frühere, auch traumatische Erfahrungen unwillkürlich manifestieren, ausgelöst durch Situationen oder Erlebnisse, die jenen Erfahrungen ähnlich sind, ohne dass sie dabei bewusst erinnert werden. Die komplexen Zusammenhänge von Lebensgeschichte, Leibgedächtnis und Traumatisierung erfahren somit im Alter häufig nicht leicht durchschaubare Veränderungen. Sie werden im Vortrag auf der Basis von Ergebnissen der Gedächtnis- und Traumaforschung sowie von Fallbeispielen dargestellt.

Kurzbiografie

Vortrag 6

10.00 – 10.30 Uhr

Traumafolgestörungen und Demenz

Sabine Tschainer-Zangl

Abstract: "Demenz". "Trauma". Zwei Begriffe, die im Zusammenhang mit Alter(n) in den vergangenen Jahren zunehmend ins Bewusstsein der (Fach-)Öffentlichkeit getreten sind. Und das ist gut so.
Leider birgt das gewachsene Wissen – gerade zum Thema "Demenz" – auch Gefahren in sich. Dies betrifft mehrere Aspekte. Einerseits wird nach meinen Erfahrungen ein sich veränderndes Verhalten älterer und alter Frauen und Männer sehr schnell einer "Demenz" zugeordnet. Doch nicht jede Vergesslichkeit, Unkonzentriertheit, nicht jeder Interessensverlust oder jede Veränderung in der uns vertrauten Persönlichkeit hat ihre Ursache in einer "Demenz". Insbesondere wenn wir diesen Begriff mit der gefürchteten Alzheimer-Erkrankung gleichsetzen.

Andererseits begegnen mir in der Praxis immer wieder Aussagen zu den "aggressiven Demenzkranken", werde ich zu Fallbesprechungen aufgrund "eskalierenden Verhaltens Demenzerkrankter" gerufen. In der Analyse und Beobachtung der Situationen zeigt sich nicht selten, dass das vermeintlich "demenzbedingte" Verhalten vorrangig als Symptome einer Traumafolgestörung einzuordnen sind.

Hier bedarf es dringend einer Differenzierung.

Vortrag und Workshop vermitteln dazu notwendiges Wissen und geben Hinweise zur Kontaktgestaltung und Interaktion mit den betroffenen Frauen und Männern. Sei es, ob eine "Demenz" im Vordergrund steht, eine Traumafolgestörung oder beide Krankheitsbilder sich überlappen.

Kurzbiografie

Vortrag 7

11.00 – 11.30 Uhr

Ist es ein Trauma, alt zu werden?

Dr. phil. Wolfgang Schmidbauer

Abstract: Altwerden ist im strengen Sinn kein Trauma, denn traumatisch sollten wir doch nur Erlebnisse nennen, die Betroffene sozusagen aus der Normalität einer Entwicklung reißen, weil sie in einer durchschnittlich ereignisreichen Biographie nicht vorkommen. Alt zu werden gehört aber zum Schicksal aller Menschen, die nicht jung sterben. Dennoch wird Altwerden von vielen Menschen als seelische Belastung erlebt – und es hat mit Traumata in einer Biographie auch insofern zu tun, als es im Alter durchaus schwieriger werden kann, belastende Erlebnisse in Kindheit und Jugend weiter zu verdrängen. Bekannt sind die Suizide Schwersttraumatisierter nach einer Lebensphase, in denen es ihnen gelang, das Trauma durch kreative Anstrengung in Schach zu halten. In dem Vortrag sollen solche Beobachtungen untersucht werden; der Workshop wird sich der Vertiefung und den Folgerungen für die therapeutische Praxis widmen.

Kurzbiografie


Workshop Session C … 14.00 – 15.30 Uhr


Workshop 11

14.00 – 15.30 Uhr … Session C

Traumafolgestörungen und Demenz

Sabine Tschainer-Zangl

Abstract: "Demenz". "Trauma". Zwei Begriffe, die im Zusammenhang mit Alter(n) in den vergangenen Jahren zunehmend ins Bewusstsein der (Fach-)Öffentlichkeit getreten sind. Und das ist gut so.
Leider birgt das gewachsene Wissen - gerade zum Thema "Demenz" - auch Gefahren in sich. Dies betrifft mehrere Aspekte. Einerseits wird nach meinen Erfahrungen ein sich veränderndes Verhalten älterer und alter Frauen und Männer sehr schnell einer "Demenz" zugeordnet. Doch nicht jede Vergesslichkeit, Unkonzentriertheit, nicht jeder Interessensverlust oder jede Veränderung in der uns vertrauten Persönlichkeit hat ihre Ursache in einer "Demenz". Insbesondere wenn wir diesen Begriff mit der gefürchteten Alzheimer-Erkrankung gleichsetzen.

Andererseits begegnen mir in der Praxis immer wieder Aussagen zu den "aggressiven Demenzkranken", werde ich zu Fallbesprechungen aufgrund "eskalierenden Verhaltens Demenzerkrankter" gerufen. In der Analyse und Beobachtung der Situationen zeigt sich nicht selten, dass das vermeintlich "demenzbedingte" Verhalten vorrangig als Symptome einer Traumafolgestörung einzuordnen sind.

Hier bedarf es dringend einer Differenzierung.

Vortrag und Workshop vermitteln dazu notwendiges Wissen und geben Hinweise zur Kontaktgestaltung und Interaktion mit den betroffenen Frauen und Männern. Sei es, ob eine "Demenz" im Vordergrund steht, eine Traumafolgestörung oder beide Krankheitsbilder sich überlappen.

Kurzbiografie

Workshop 12

14.00 – 15.30 Uhr … Session C

Ist es ein Trauma, alt zu werden? Vertiefung und Folgerungen für die therapeutische Praxis

Dr. phil. Wolfgang Schmidbauer

Abstract: Altwerden ist im strengen Sinn kein Trauma, denn traumatisch sollten wir doch nur Erlebnisse nennen, die Betroffene sozusagen aus der Normalität einer Entwicklung reißen, weil sie in einer durchschnittlich ereignisreichen Biographie nicht vorkommen. Alt zu werden gehört aber zum Schicksal aller Menschen, die nicht jung sterben. Dennoch wird Altwerden von vielen Menschen als seelische Belastung erlebt – und es hat mit Traumata in einer Biographie auch insofern zu tun, als es im Alter durchaus schwieriger werden kann, belastende Erlebnisse in Kindheit und Jugend weiter zu verdrängen. Bekannt sind die Suizide Schwersttraumatisierter nach einer Lebensphase, in denen es ihnen gelang, das Trauma durch kreative Anstrengung in Schach zu halten. In dem Vortrag sollen solche Beobachtungen untersucht werden; der Workshop wird sich der Vertiefung und den Folgerungen für die therapeutische Praxis widmen.

Kurzbiografie

Workshop 13

14.00 – 15.30 Uhr … Session C

Traumapädagogik und Dissoziative Störungen

Thorsten Becker, Julia Bialek und Heidrun Girrulat

Abstract: Traumapädagogik in Form psychosozialer Traumaarbeit ist ein wichtiges Feld in der Versorgung traumatisierter Menschen. Inwieweit dieser Bereich auch einen Platz in der DGTD findet hängt vom Mitmachen vieler Akteure ab.

Bei diesem Workshop geht es darum, Erfahrungen auszutauschen und Anregungen zu entwickeln, um weitere wegleitende Fragestellungen einer begleitenden helferischen Versorgung für dissoziative Klientinnen und Klienten zu entwickeln und diesen Bereich innerhalb der Fachgesellschaft stärker zu verankern.

Kurzbiografien

Workshop 14

14.00 – 15.30 Uhr … Session C

Das Prinzip Gewaltfreiheit – stationäre Psychotherapie mit komplex traumatisierten und dissoziativen Menschen

Dr. med. Harald Schickedanz

Abstract: Stationäre Psychotherapie mit komplex traumatisierten oder/und hoch dissoziativen Patient*innen stellt hohe Anforderungen an Rahmenkonstruktion und setting. Im Zentrum einer phasen-, bindungs- und  prozessorientierten veränderungswirksamen Psychotherapie steht die Gewaltfreiheit aller am Gelingen Beteiligten.

Der Referent teilt gerne über 25 Jahre praktischer Erfahrungen auf diesem Feld mit den Teilnehmer*innen.

Kurzbiografie

Workshop 15

14.00 – 15.30 Uhr … Session C

Der Workshop findet in der Klinik am Waldschlößchen statt (Anfahrt).

Die tröstende Instanz der weisen Alten (Dramatherapie-Workshop) – "Dramatherapeutische Zuwendung zum Inneren Kind aus der Perspektive der späten Lebensphase"

Kerstin Rothe

Abstract: Der Workshop bietet eine kurze Einführung in Methoden und Wirkmechanismen der Dramatherapie und einen Blick auf die besonderen Möglichkeiten, die diese Therapieform als Begleittherapie in der Traumatherapie leisten kann.

Im Fokus stehen dabei Formate, die dramatherapeutische biografische Arbeit integrieren und die Zuwendung zum Inneren Kind aus der gereiften, erwachsenen Perspektive ermöglichen.
Anhand eines Fallbeispiels wird dieser heilsame Prozess nachvollziehbar und in Bühnenbildern anschaubar.

Kurzbiografie

Workshop 16

14.00 – 15.30 Uhr … Session C

Der Workshop findet in der Klinik am Waldschlößchen statt (Anfahrt).

Eine gute Diagnostik ist die halbe Miete (Diagnostik-Workshop)

Franka Mehnert, Felicitas Lorenz

Abstract: Fokussiert werden soll auf die diagnostischen Neuerungen im Bereich Dissoziation, welche sich mit DSM-5 und ICD-11 ergeben. Die Neuerungen sollen übersichtlich eingeführt und anhand von Fallbeispielen (aktuelle Pat. der KaW, alternativ über Videos) dargestellt werden: Man sieht nur das, was man kennt. Weiterhin sollen Messinstrumente (Selbstbeurteilungsbögen, klinische Interviews) vorgestellt und ihre klinische Relevanz aufgezeigt werden.

Kurzbiografien